Gefahrgutklasse 4

Gefahrgutklasse 4 – Unterteilung in drei Unterklassen

Die Gefahrgutklasse 4 wird aufgrund der sehr unterschiedlichen Eigenschaften in drei Unterklassen unterteilt:

Gefahrgutklasse 4 – Unterklasse 4.1 Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe, *polymerisierende Stoffe und desensibilisierte explosive feste Stoffe

*polymerisierende Stoffe – dieser Teil des Namens tritt mit dem ADR 2017 in Kraft. Ausführliche Informationen hier

Bei der Vielfalt der Eigenschaften der diversen Stoffe, die zu der Gefahrgutklasse 4.1 gehören, wundert es mich, dass man für die selbstzersetzlichen Gefahrgutklasse 4.1und polymerisierenden Stoffe keine eigene Unterklasse gebildet hat. Zu diesen Stoffen gehören bestimmte Vorschriften, die, außer in der Unterklasse 5.2, nirgendwo sonst noch zu finden sind. Aber wer weiß, vielleicht ist das auch nur eine Frage der Zeit.

Beispiele für diese Unterklasse sind:

  • Schwefel
  • Putzlappen, die mit brennbaren Flüssigkeiten getränkt sind
  • Öl-, Benzin- und Dieselfilter
  • Nitrocellulose
  • Magnesium-, Aluminiumpulver
  • Explosive Stoffe in nicht explosivem Zustand für den Transport (desensibilisierte explosive Stoffe)

Gefahrgutklasse 4 – Unterklasse 4.2 Selbstentzündliche Stoffe

Wenn wir uns klar machen, das Gefahrgut, sofern das Wörtchen „selbst“ im Namen bzw. der Eigenschaft vorkommt, sich unkontrolliert „selbständig“ machen kann,Gefahrgutklasse 4.2 d.h. es setzt unter bestimmten Voraussetzungen eine unkontrollierte chemische Reaktion ein, dann sollte uns spätestens jetzt klar sein, dass Gefahrgut wirklich gefährlich sein kann.

Beispiele für diese Unterklasse sind:

  • Phosphor
  • pyrophore organische Stoffe
  • Kaliumsulfid
  • Staub (pulverförmige selbstentzündliche Metalle)

Gefahrgutklasse 4 – Unterklasse 4.3 Stoffe, die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden

Das eigentlich Verblüffende an dieser Gefahrgutklasse ist, dass die jeweiligen Stoffe an alles andere als gerade an Gefahrgut erinnern.Gefahrgutklasse 4.3 Manchmal sehen sie wie Koks (Kohle) aus, und es geht im Normalfall absolut keine Gefahr von ihnen aus – bis sie mit Wasser  in Berührung kommen.

Beispiele für diese Unterklasse sind:

  • Natrium
  • Kalium
  • Zinkpulver oder Zinkstaub
  • Chlorsilane, wie Ethyldychlorsilan
  • metallorganische Verbindungen
  • Calciumcarbid

Auf den drei jetzt folgenden Seiten des Menüs „Die 9 Gefahrgutklassen“ stelle ich jede einzelne Unterklasse mit ihren Eigenschaften vor.

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Gefahrgut heißt deshalb Gefahrgut, weil es wirklich gefährlich ist.

Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI, IATA DGR und die nationalen Bestimmungen und Gesetze.