Gefahrgutklasse 4.3 Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden

Die Gefahrgutklasse 4.3 ist schon eine merkwürdige Klasse. Vielen Stoffen sieht man ihre Gefahr nicht an. Ohne nähere Kenntnisse vermutet man noch nicht einmal, dass sie gefährlich sein können. Deshalb zeige ich als Einstieg zunächst ein Video aus meinen Gefahrgutschulungen, damit Sie einen „Vorgeschmack“ von dieser Gefahrgutklasse bekommen – Spieldauer knapp 4 Minuten.

Gefahrgutklasse 4.3 – Calciumcarbid als Beispiel

Begriffsbestimmung

Der Begriff der Gefahrgutklasse 4.3 umfasst Stoffe, die bei Reaktion mit Wasser entzündbare Gase entwickeln, welche mit Luft explosionsfähige Gemische bilden können, sowie Gegenstände, die solche Stoffe enthalten.

Übersicht zur Gefahrgutklasse 4.3 - Haupt- und Zusatzgefahren

Hauptgefahr

Gefahrgutklasse 4.3

Gefahrgutklasse 4.3 - Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden

Zusatzgefahr

Gefahrgutklasse 3

Gefahrgutklasse 3 - Entzündbare flüssige Stoffe

Gefahrgutklasse 4.2

Gefahrgutklasse 4.2 - Selbstentzündliche Stoffe

Gefahrgutklasse 6.1

Gefahrgutklasse 6.1 - Giftige Stoffe

Gefahrgutklasse 8

Gefahrgutklasse 8 - Ätzende Stoffe

GHS-Piktogramm

GHS 02

GHS 02

Merke: Oftmals heftige Reaktion bei Berührung mit Wasser

  • Entzündliche Gase werden freigegeben
  • Entzündung durch Zündquellen
Unterteilung nach Gefährdungsgrad
in Verpackungsgruppen:
-
I   - heftige Reaktion*
II  - leichte Reaktion*
III - langsame Reaktion*
-
* mit Wasser

Beispiele:

  • Natrium
  • Calcium
  • Kalium
  • Zinkpulver oder Zinkstaub
  • Chlorsilane, wie Ethyldychlorsilan
  • metallorganische Verbindungen
  • Calciumcarbid

Besondere Maßnahmen im Schadensfall:

  • Brände nicht mit Wasser löschen!
    (Speziallöschmittel für Metallbrände, Spezialpulver, trockener Sand)
  • Wasser unbedingt fernhalten
  • Zündquellen fernhalten

Nicht zur Beförderung zugelassene Stoffe

Mit Wasser reagierende feste Stoffe, entzündend (oxidierend) wirkend, die der UN-Nummer 3133 zugeordnet sind, sind zur Beförderung nicht zugelassen, es sei denn, sie entsprechen den Vorschriften der Klasse 1.

Besonderer Hinweis zu den Gefahrguttransporten und die Lagerung:

Achten Sie darauf, dass die Versandstücke nicht mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen können. Insbesondere dann, wenn es sich bei den Gefahrgutverpackungen um Kartons handelt. Kartons saugen Feuchtigkeit auf, welche dann in den Innenraum eindringt. Was dabei passieren kann, haben Sie oben im Video gesehen. Dabei müssen Sie auch die Zusatzgefahren im Sinn haben, denn diese werden unter Umständen ebenfalls freigesetzt.

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Gefahrgut heißt deshalb Gefahrgut, weil es wirklich gefährlich ist.

Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI, IATA DGR und die nationalen Bestimmungen und Gesetze.