Gefahrklasse 4.1 – Änderung des Namens ab ADR 2017

Gefahrklasse 4.1 – Änderung des Namens ab ADR 2017
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Gefahrklasse 4.1 – Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe und desensibilisierte explosive Stoffe

Der Name der Gefahrklasse 4.1 ist jetzt schon der längste Name, den wir bisher in einer Gefahrklasse haben. Allerdings wird er ab dem 01.01.2017 noch länger und lautet dann:

Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe, polymerisierende Stoffe und desensibilisierte explosive feste StoffeGefahrklasse 4.1

Der Hintergrund zu der Änderung der ADR Gefahrgutvorschriften 2017

Eine Polymerisation ist ein chemischer Prozess, bei dem Gase entstehen, die sich u.U. explosionsartig freisetzen. Wann eine Polymerisation einsetzt, ist oft temperaturabhängig. Häufig sind es 20°C und deutlich weniger, womit wir schon bei den gleichen Eigenschaften wie bei den selbstzersetzlichen Stoffen angelangt sind.

Wenn Sie mehr über die Polymerisation erfahren möchten, klicken Sie hier.

Grundsätzlich gilt, dass solche Stoffe vor Wärmeeinwirkung geschützt werden müssen, damit eben ein solcher chemischer Prozess, sei es Selbstzersetzung oder eine Polymerisation,  erst gar nicht unkontrolliert eintreten kann. Deshalb werden für solche Stoffe temperaturkontrollierte Transporte vorgeschrieben.

Denken Sie mal daran, wie warm es in Ihrem PKW wird, den Sie vorübergehend auf einem Parkplatz im Sommer abstellen. Wie warm wird es da in dem PKW in kürzester Zeit? 50°C, 60°C ? Bestimmt!

Deshalb ist bei Verladung von z.B. Versandstücken in eine Beförderungseinheit (Fahrzeug) zwingend darauf zu achten, dass der Laderaum entsprechend gekühlt werden kann. In ein Fahrzeug, das über kein Kühlaggregat verfügt, darf dieses Gefahrgut erst gar nicht geladen werden. Aus der Vorschrift des temperaturkontrollierten Transports ergibt sich zwangsläufig, dass der Fahrzeugführer über dieses Gefahrgut und dessen Details informiert werden muss, damit ein sicherer Gefahrguttransport gewährleistet ist – Stichwort Beförderungspapier bzw. Frachtpapiere.
Anmerkung: Die schriftlichen Weisungen müssen in dieser Gefahrklasse ebenfalls geändert werden.

So wie bisher der Gefahrguttransport von temperaturkontrollierten Stoffen im Luftverkehr verboten war, wird das im Fall der polymerisierenden Stoffe sicherlich auch der Fall sein.

Mehr zur Gefahrklasse 4.1 finden Sie hier: Gefahrgutklasse 4.1

Gefahrgut heißt deshalb Gefahrgut, weil es wirklich gefährlich ist.

Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI, IATA DGR und die nationalen Bestimmungen und Gesetze.

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