Schriftliche Weisungen – ehemals Unfallmerkblätter

Schriftliche Weisungen – ehemals Unfallmerkblätter
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Schriftliche Weisungen – früher hießen sie Unfallmerkblätter

Seit dem ADR 2009 gibt es die „neuen“ Schriftliche Weisungen. Sie lösten die sogenannten Unfallmerkblätter ab, welche damals noch durch den Versender an die Fahrzeugbesatzung übergeben werden mussten. Diese Pflicht ist auf den Beförderer übertragen worden.
Quelle hierzu: GGVSEB §19 Abs 2 – 2 (GGVSEB steht für Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn, Binnenschiffahrt)

Diese Neueinführung bedeutete für den gesamten Gefahrguttransport auf der Straße eine erhebliche Erleichterung, vor allem wenn man an die Erstellung denkt. Seinerzeit mussten die Unfallmerkblätter in der Sprache des Fahrers und in allen Sprachen aller zu durchfahrenden Länder erstellt werden. Wenn man dabei bedenkt, dass oft für jede UN-Nummer ein eigenes Unfallmerkblatt erstellt wurde – und das, wegen der verschiedenen Sprachen, in  in drei- oder vierfacher (oder noch mehr) Ausfertigungen  – dann wurden der Fahrzeugbesatzung oft Unfallmerkblätter in Katalogstärke in die Hand gedrückt.
Okay, durch die Erstellung der Unfallklassenmerkblätter konnte die Erstellungszeit und der Umfang erheblich abgekürzt werden, dennoch war es immer zeitaufwändige Angelegenheit – auch wenn dies durch eine Software geschah.

Die Schriftliche Weisungen wurden zum 01.01.2009 in die ADR Gefahrgutvorschriften eingeführt; die Übergangsfrist lief bereits am 30.06.2009 ab. Seither gibt es nur noch den Begriff Schriftliche Weisungen und der Begriff Unfallmerkblätter darf nicht mehr verwendet werden. Das geschieht allerdings landläufig immer noch, aber gemeint sind immer Schriftliche Weisungen – und benutzt hoffe ich auch.

Das Layout hat sich geändert

Die Schriftliche Weisungen bestehen aus exakt vier Seiten und sind in der Aufteilung und Layout für alle ADR Staaten einheitlich vorgeschrieben. Auf der ersten Seite befinden sich allgemeine Anweisungen für den Fahrer für einen Notfall.
Die Seiten zwei und drei, ein wenig noch die Seite vier, enthalten, sortiert nach nach Gefahrklassen, Anweisungen bzw. Verhaltensregel, die natürlich je nach Gefahrklasse im Notfall anders lauten. Auf der Seite vier findet die Fahrzeugbesatzung Anweisungen, welche Ausrüstungen mitgeführt werden müssen. Das wiederum ist abhängig von der Gefahrgutklasse, die geladen werden soll. Ist es zum Beispiel die Gefahrklasse 6.1 – Giftige Stoffe – , dann muss eine sogenannte Notfallfluchtmaske (Gasmaske) für jedes Fahrzeugbesatzungsmitglied mitgeführt werden.

Übrigens – da das Layout vorgeschrieben ist, muss ein Ausdruck zwangsläufig in Farbe erfolgen. Eine Schwarz-Weiß-Kopie ist nicht erlaubt.

Aktuell gültige Schriftliche Weisungen können Sie in deutscher Sprache hier als PDF-Datei downloaden.

Vereinfachung der Sprachen

Die Schriftliche Weisungen, die der Fahrzeugbesatzung mitgegeben werden, müssen nur noch in der Sprache geschrieben sein, die sie auch verstehen können (Muttersprache). Alle anderen Sprachen entfallen zur Mitgabe. Behördliche Kontrollen, egal in welchem Land, sind ganz einfach an dem klaren Layout der Schriftliche Weisungen durchführbar. Das ist unabhängig von der Sprache möglich.

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Gefahrgut heißt deshalb Gefahrgut, weil es wirklich gefährlich ist.

Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI, IATA DGR und die nationalen Bestimmungen und Gesetze.

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